Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist – Das Abendmahl als Fest der Gemeinde

© Ev. Thomaskirchengemeinde

Wenn wir ein Fest feiern, dann gehört es auch dazu, dass wir zusammen Essen und Trinken.

Das ist bei jedem Familienfest so. In der Gemeinschaft, in der Freude über das Zusammensein gehören auch der Genuss von Speis ́ und Trank dazu – in allen Kulturen der Welt.
In der christlichen Gemeinschaft ist es das Abendmahl, das wir feiern. In vielen Familien gibt es Lieblingsspeisen, oder besondere Gerichte an den hohen Feiertagen oder am Geburtstag das Lieblingsessen des Geburtstagskindes. Dann wird nicht nur durch Worte und Gesten, sondern köstlich und schmackhaft, sinnlich und nahrhaft die Liebe und die Zugehörigkeit füreinander spürbar und erfahrbar. Wir spüren dann genau, es geht um mehr, als nur um Nahrung für den Leib.

Als Christen feiern wir das Abendmahl als Zeichen der Verbundenheit mit Jesus Christus. Es ist der Höhepunkt im Gottesdienst, wenn Wein und Brot gereicht werden.

Das Abendmahl feiern wir im Gedenken an das Letzte Mahl, dass Jesus mit seinen Jüngern gehalten hat. Jesus stützt sich dabei auf die Tradition des jüdischen Passahfestes. Es ist das Fest, an dem Menschen jüdischen
Glaubens der Befreiung aus der Knechtschaft in Ägypten gedenken. Jesus gab dem Mahl eine neue Bedeutung, Brot und Wein werden für uns zum Zeichen der Erinnerung und Verbundenheit mit ihm. Die Vergebung all dessen, wo wir gescheitert sind, wo wir andere verletzt haben, wissentlich oder ungewollt. Gott sagt in Jesus zu uns: du kannst mit allem zu mir kommen – ich sehe dich, so wie du bist – meine Liebe zu dir ist größer, als der größte Fehler, den du gemacht hast. Ich will dich stärken für deinen Weg durch das Leben – ich will dich frei machen, von dem, was dich belastet. Komm in die Gemeinschaft – du bist nicht allein, sondern du gehörst zu einer Gemeinschaft, die in Gottes Geist zusammenkommt, als seine Kinder.

Das Abendmahl kann ganz unterschiedlich gefeiert werden.

Fröhlich und heiter im Familiengottesdienst. Kinder, Jugendliche und Ältere feiern gemeinsam und teilen das Brot.

Eher würdig und ernst in der Form der deutschen Messe, die auf Martin Luther zurückgeht, der die lateinische Messe in die deutsche Sprache übersetzt hat.

Als Feierabendmahl beim Kirchentag oder in der Thomasmesse.
In schlichter Verbindung mit dem Predigtgottesdienst in der sog. Oberdeutschen Form.

Dem Kirchengemeinderat ist es wichtig, die verschiedenen Aspekte des Abendmahls zum Ausdruck zu bringen.
Der Theologische Ausschuss der Thomasgemeinde hat nun die bisherige Fassung der Lutherischen Messe überarbeitet. Der Kirchengemeinderat hat auf seiner letzten  Klausurtagung die Einführung der neuen Fassung beraten und für ein Erprobungsjahr beschlossen.

Wir freuen uns über ihre Rückmeldungen. Zudem haben wir uns entschieden, für ein Jahr auf Probe auf Wein beim Abendmahl zu verzichten und Traubensaft zu verwenden, da der Wein als alkoholisches Getränk immer wieder einzelne Gemeindeglieder vom Abendmahl ausschließt, oder ihnen den Zugang zum Abendmahl erschwert, weil sie aus gesundheitlichen oder anderen Gründen keinen Alkohol vertragen.

Es ist uns ein Anliegen, dass viele Menschen in unserer Gemeinde sich eingeladen fühlen und erfahren: Gott gibt uns das Brot des Lebens und den Kelch des Heils.


Mirja Küenzlen für den Kirchengemeinderat der Thomasgemeinde