Initiative Regenbogen

Homosexuelle Menschen in unserer Gemeinde

In mehreren Beratungen im Kirchengemeinderat und dem Theologischen Ausschuss und einer Gemeindeveranstaltung haben wir uns mit diesem Thema befasst.
Darauf hat der Kirchengemeinderat (KGR) hat in seiner Sitzung am 18.10.2017 beschlossen, dass die Thomasgemeinde sich der Initiative Regenbogen anschließt. Damit geben auch wir kund:

Wir sind offen

  • für Lesben und Schwule in unserer Gemeinde,
  • für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare,
  • für Pfarrer und Pfarrerinnen, die mit ihrem Partner / ihrer Partnerin im Pfarrhaus leben wollen.
  • Wir heißen Menschen unterschiedlicher Lebensformen und sexueller Identitäten willkommen!

Wir sind uns bewusst, dass nicht alle Gemeindeglieder diesen Schritt so ohne weiteres mitgehen können.
Dem Kirchengemeinderat geht es aber gerade um die Treue zum Evangelium von Jesus Christus, der uns mit seinem Beispiel und seinem Leben zeigt, wie Christen nach dem Willen Gottes mit ihren Mitmenschen umgehen sollen.

Von daher sehen wir die Abwertung der Lebensformen von Menschen mit homosexueller Prägung als unvereinbar mit dem Evangelium.

Die Autoren der Antike – also auch Paulus – hatten keine Kenntnis davon, dass es neben der Mehrheit der Heterosexuellen auch noch Menschen mit homosexueller Prägung gibt. Für letztere gilt, dass sie gar nicht fähig sind, heterosexuell zu empfinden; das heißt sie empfinden keinerlei sexuelle Anziehung zu Menschen des anderen Geschlechts. Für sie wäre eine heterosexuelle Zuwendung etwas, was ihrer persönlichen Natur völlig zuwider läuft. Denn ihre Natur kommt in der anders gerichteten Wirkung ihrer individuellen Hormone zum Ausdruck. Der Begriff „Homosexualität“ für die Veranlagung bestimmter Menschen wurde erst im Jahre 1869 von dem Schriftsteller Karl Maria Kertbeny geprägt. Vorher wurde wie selbstverständlich von der umfassenden Heterosexualität aller Menschen ausgegangen.

Paulus schreibt in Römer 1,18-32 unmissverständlich von Menschen, die aufgrund ihrer Gottlosigkeit in schändliche Leidenschaften dahingegeben werden. Er schreibt  von Männern, die den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen haben; von solchen, die womöglich zu Hause eine Ehefrau haben und dennoch Mann mit Mann Schande treiben. Damit ist klar, dass es Paulus nicht um Homosexuelle im heutigen Verständnis gehen konnte; denn er und seine Zeitgenossen hatten gar keine Kenntnis davon, dass es homosexuelle Menschen gibt. Von daher ist es nicht zulässig, echt Homosexuelle mit kirchlichem Bann zu belegen und Paulus dabei zum Kronzeugen einzusetzen.

Solche Menschen gibt es aber, auch in unserer Gemeinde und sie sind keine Fehlkonstruktion Gottes.
In unserer Gemeinde wollen wir einander annehmen im Geiste von Christus. Wir wollen beitragen dazu, dass anders orientierte Christen nicht ausgegrenzt oder dazu genötigt werden, sich lebenslang unwürdig zu verstellen und zu verstecken. In diesem Sinne wollen wir ein Zeichen setzen in der Kirche.

Das "Nichtausgrenzen" gilt für alle. Deshalb sagen wir klar:
Wir heißen auch die Menschen willkommen, die dem Thema Regenbogengemeinde kritisch gegenüber stehen, und wollen mit ihnen im Gespräch bleiben.

Kirchengemeinderat der Thomasgemeinde