Thomaskirche

Bild des Kirchturms der Thomaskirche

© Ev. Thomaskirchengemeinde Oborny/Kirsten Oborny

 

Die Kirche am Hang

Die Kaltentaler hatten lange keine Kirche. Nach vielem Planen und Geld sammeln ist es endlich gelungen mitten in der NS-Zeit 1938 die Kirche zu bauen. Die Freude war groß, aber von kurzer Dauer. Als erste Kirche Stuttgarts wurde sie 1943 durch Bomben zerstört. In der Nachbarschaft kamen in dieser Bombennacht vierzehn Menschen ums Leben. 1951 wurde sie wiederaufgebaut.

Der charakteristische Turm und der stilvolle würdige Kirchengebäude stehen prägend mitten im Stadtteil am Hang. Integriert sind in das Kirchengebäude eine ganze Reihe großer und kleiner Räume, für Veranstaltungen und Treffen von Gruppen und Kreisen von Kirchengemeinde und Begegnungsstätte.

Kunst in der Thomaskirche

  • add_box Wandrelief "Thomas und Christus"

    Wandrelief von Ulrich Henn (1950) „Thomas und Christus“ – zum Namensgeber der Thomaskirche

    Der Namensgeber der Thomaskirche

    In der Thomaskirche ist rechts vom Chor die Figur des Jüngers Thomas.

    Thomas gehört zu den nachdenklichen und sensiblen Menschen, die Jesus gefolgt sind. Er spürt stärker den wachsenden Widerstand gegen Jesus. Und er ist bereit mit Jesus zu sterben. Er ist ein Kämpfer, wie Petrus. 

    Als Jesus verhaftet und gekreuzigt wird, zieht er sich zurück. Alle seine Hoffnungen sind zerbrochen. Er ist völlig durcheinander. Er weiß nicht wie es weitergehen soll. Er braucht Zeit für sich allein, um im Kopf wieder klar zu kommen. So ist er nicht dabei, als Jesus vom Tod auferstanden im Kreis seiner engsten Vertrauten erscheint. Als sie Thomas begeistert davon berichten, sagt er: "Ich kann's nicht glauben, bevor ich nicht meine Finger in seine Nägelmale gelegt habe!" 

    Das nächste Mal, als Jesus den Seinen wieder erscheint, ist auch Thomas dabei. Jesus zeigt seine Wundmale und spricht ihn persönlich an: "Lege deine Finger in meine Male...!" Thomas darf wie ein kleines Kind tasten, um sich zu überzeugen von dem unbegreiflichen Ereignis, dass Jesus der Gekreuzigte, lebt. 

    Tastend begreift er, was gedanklich schier unfassbar ist. Diese Erfahrung bringt sein Leben ins Lot. Und er erkennt - mehr mit dem Herzen als mit dem Verstand - dass Jesus Gottes Sohn ist, der auch uns aus dem Tod errettet und unser Leben heil macht. Die tiefsten Dinge im Leben verstehen wir nur mit dem Herzen gut.

    (Pfarrer Siegfried Kleih)

  • add_box Rundfenster "Kreuzigungsgruppe"
    Wandrelief von Thomas dem Zweifler in der Wand der Thomaskirche

    © Ev. Thomaskirchengemeinde Oborny

    Das Rundfenster „Kreuzigungsgruppe“ im Chorraum

    Das Rundfenster im Chor zeigt Jesus am Kreuz und die beiden mit ihm Gekreuzigten. Dabei stehen zwei Figuren – Maria und Johannes. Das Glasfenster zeigt in Gelbtönen das Osterlicht der Auf­erstehung.

 
  • add_box Die Pfarrer/innen der Thomasgemeinde
    Pfarrer/invonbis
    Richard Göller19001910
    Theophil Krauß19111934
    Maximilian Koepf19351951
    Walter Bachteler19511974
    Wieland Graef19741983
    Eberhard Hudelmayer19841999
    Siegfried Kleih2000November 2009
    Mirja Küenzlenseit 2010
  • add_box Die Glocken der Thomaskirche
    Die Glocken im Turm der Thomaskirche

    © Ev. Thomaskirchengemeinde Oborny

    Die vier Glocken der Thomaskirche sind in den Tönen bgeses und des gestimmt und ergeben zusammen einen warmen es-moll-Akkord. Ihr Klang ist mit den Glocken der nahen St. Antoniuskirche abgestimmt.

    Wichtigste Aufgabe der Glocken ist der Ruf zum Gottesdienst. Sie erklingen nicht nur, um im vollen Geläut den Beginn der Feier einzuläuten, sondern auch schon eine Stunde und ebenso eine halbe Stunde vorher als Vorbereitung dafür. Jede Glocke hat aufgrund jahrhundertelanger kirchlicher Tradition ihr eigenes "liturgisches Amt", z.B. für das Vaterunser, Taufe, Trauung und Beerdigung.

     

     

     

     

    Da das christliche Leben nicht nur auf den Sonntag beschränkt ist, rufen die Glocken auch am Werktag zu festgelegter Stunde zum Gebet: 

    • Am Morgen um 7 Uhr,
    • mittags um 12 Uhr,
    • zur Todesstunde Christi um 15 Uhr,
    • abends um 19 Uhr (im Sommerhalbjahr 19.30 Uhr). 

    Dabei erinnern sie daran, dass es noch etwas Anderes und Höheres gibt als unser gehetztes und vergängliches Erdenleben.

    Der Stunden- und Viertelstundenschlag der Glocken ist mehr historisch bedingt und stammt aus einer Zeit, als der Kirchturm oft die einzige Uhr im Ort beherbergte. Aber auch heute noch ist die Uhrzeitansage vom Kirchturm für viele Menschen im Stadtteil ein äußerst vertrautes und zum Leben gehöriges Zeichen.